Welche Vorteile die Bildungskarenz mit sich bringt

In der aktuellen Podcast-Folge erklärt unsere Expertin Mag. Birgit Posch (Hofer Leitinger Steuerberatung) das System der Bildungskarenz.

Bildungskarenz ist die Freistellung des Arbeitnehmers von der Arbeitsleistung bei Entfall des Entgelts für das Absolvieren einer Weiterbildungsmaßnahme.

Bildungskarenz ist wie eine Elternkarenz zu sehen. Es ruht quasi das Hauptdienstverhältnis, weil man einer anderern „Hauptbeschäftigung“ nachgeht – nämlich einer Aus- oder Weiterbildung.

Welche Vorteile bringt eine Bildungskarenz mit sich?

Der Gesetzgeber ermöglicht es Dienstnehmern für die Dauer von maximal 12 Monaten das Dienstverhältnis zu unterbrechen und sich während dieser Zeit voll und ganz auf die Aus- bzw. Weiterbildung zu konzentrieren. Der Dienstnehmer erhält während dieser Zeit ein Weiterbildungsgeld vom AMS.

Vorteile für den Arbeitgeber

Im Regelfall besuch der Arbeitnehmer eine facheinschlägige Weiterbildung, die wiederum seinem Unternehmen nützlich sein kann. Der Arbeitgeber muss den Arbeitnehmer „nur“ freistellen ohne Fortzahlung des Entgelts und ohne das Dienstverhältnis zu beenden. Und der Mitarbeiter erhält (sofern er die Voraussetzungen beim AMS erfüllt) in dieser Zeit ein Weiterbildungsgeld. Der Arbeitgeber profitiert somit von einer höheren Qualifikation des Mitarbeiters.

Aber selbst, wenn die Fortbildung nicht facheinschlägig ist und es sich dennoch um eine Aus- bzw. Weiterbildung handelt, die qualifiziert ist, damit der Dienstnehmer Weiterbildungsgeld erhält, entstehen Vorteile für den Arbeitgeber. Der Mitarbeiter kann sich entfalten, erweitert seinen Horizont – und vielleicht ist es sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer in Zukunft ein Thema, dass der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung um 50 % reduziert um eine Nebenbeschäftigung auszuüben. Alles, was der Entfaltung des Mitarbeiters dient und die Work-Life-Balance erhöht, wirkt sich letztendlich positiv auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter und auf Produktivität sowie Gewinn des Unternehmens aus. Win-Win also!

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